{"id":8196,"date":"2019-11-27T13:00:55","date_gmt":"2019-11-27T13:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www3.hhu.de\/duesseldorfer-archiv\/?p=8196"},"modified":"2019-11-27T13:08:45","modified_gmt":"2019-11-27T13:08:45","slug":"4a-o-9-19-kostenentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/d-prax.de\/?p=8196","title":{"rendered":"4a O 9\/19 &#8211; Kostenentscheidung"},"content":{"rendered":"<p><strong>D\u00fcsseldorfer Entscheidungsnummer: 2927<\/strong><\/p>\n<p>Landgericht D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p>Urteil vom 17. September 2019, Az. 4a O 9\/19<!--more--><\/p>\n<ol>\n<li>I. Die einstweilige Verf\u00fcgung vom 22.01.2019 wird im Kostenpunkt (Ziff. V. des Tenors) aufgehoben.<\/li>\n<li>II. Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin tr\u00e4gt die Kosten des einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens.<\/li>\n<li>III. Das Urteil ist ohne Sicherheitsleistung vorl\u00e4ufig vollstreckbar. Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in H\u00f6he von 115 % des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht der Verf\u00fcgungsbeklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in H\u00f6he von 115% des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.<\/li>\n<li>T a t b e s t a n d<\/li>\n<li>Zu entscheiden ist allein noch \u00fcber die Kosten des einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens.<\/li>\n<li>Die Kammer hat mit Beschluss vom 22.01.2019 eine von der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin beantragte einstweilige Verf\u00fcgung erlassen und hierbei die Kosten dem Verf\u00fcgungsbeklagten auferlegt (vgl. Ziff. V. des Tenors). Auf diesen Beschluss wird wegen seines Inhalts Bezug genommen.<\/li>\n<li>Der Verf\u00fcgungsbeklagte hat mit Schriftsatz vom 29.03.2019 Kostenwiderspruch eingelegt und beantragt,<\/li>\n<li>der Antragstellerin die Kosten des einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens aufzuerlegen.<\/li>\n<li>Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin erkl\u00e4rte sich mit Schriftsatz vom 22.07.2019 damit einverstanden, die Kosten des einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens zu tragen.Die Kammer hat mit Beschluss vom 23.07.2019 das schriftliche Verfahren mit Schriftsatzfrist bis zum 09.08.2019 angeordnet.<\/li>\n<li>Wegen des weiteren Sach- und Streitstandes wird auf die Schrifts\u00e4tze nebst Anlagen Bezug genommen.<\/li>\n<li>E n t s c h e i d u n g s g r \u00fc n d e<\/li>\n<li>Der zul\u00e4ssige, auf die Kosten beschr\u00e4nkte Widerspruch des Verf\u00fcgungsbeklagten ist begr\u00fcndet.<\/li>\n<li>I.<br \/>\nDie Kosten des Verfahrens sind der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin nach \u00a7 93 ZPO aufzuerlegen.<\/li>\n<li>1.<br \/>\nEin \u2013 gesetzlich nicht geregelter, aber anerkannter \u2013 Kostenwiderspruch gibt dem Antragsgegner die M\u00f6glichkeit, nur gegen die im Beschluss des einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens vorgesehene Kostenentscheidung vorzugehen. Der Kostenwiderspruch wirkt vor diesem Hintergrund wie ein f\u00f6rmliches Anerkenntnis in der Sache, weil die Beschlussverf\u00fcgung durch diesen zu einer endg\u00fcltigen Regelung in der Hauptsache erstarkt (LG D\u00fcsseldorf, Urt. v. 03.12.2014, Az.: 12 O 321\/14, Seite 6). Es ist zwar nicht durch Anerkenntnisurteil zu entscheiden (vgl. BGH, NJW 2013, 3104, 3105). In Anbetracht der gleichen Wirkungen eines Kostenwiderspruchs ist es dennoch folgerichtig, wie beim Anerkenntnisurteil f\u00fcr die Kostentragung von dem in \u00a7 91 ZPO geregelten Grundsatz auszugehen, es sei denn die Ausnahmeregelung des \u00a7 93 ZPO greift ein (Sp\u00e4tgens, in: Gloy\/ Loschelder\/ Erdmann, Wettbewerbsrecht, 4. Auflage, 2012, \u00a7 105, Rn. 11).<\/li>\n<li>2.<br \/>\nNach \u00a7 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO tr\u00e4gt grunds\u00e4tzlich die unterliegende Partei, hier mithin der Verf\u00fcgungsbeklagte, die Kosten des Rechtsstreits. Vorliegend ist jedoch gem\u00e4\u00df \u00a7 93 ZPO ausnahmsweise die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin verpflichtet, die Kosten zu tragen. Nach dieser Vorschrift fallen dem Antragsteller bzw. (Verf\u00fcgungs-) Kl\u00e4ger die Prozess- bzw. Verfahrenskosten zur Last, wenn der Antragsgegner (bzw. Verf\u00fcgungs-) Beklagte den geltend gemachten Anspruch sofort anerkennt und nicht durch sein Verhalten zur Stellung des Verf\u00fcgungsantrags Veranlassung gegeben hat (vgl. LG Hamburg, NJOZ 2009, 4786 (4787)). Dies ist regelm\u00e4\u00dfig dann der Fall, wenn der Antragssteller den Antragsgegner nicht vorgerichtlich abgemahnt hat und die Abmahnung nicht entbehrlich war (Schulte\/Vo\u00df, PatG, 10. Aufl. 2017, \u00a7 139 Rn. 428; K\u00fchnen, Hdb. der Patentverletzung, 11. Aufl. 2019, Kap. C Rn. 152).<\/li>\n<li>Diese Voraussetzungen des \u00a7 93 ZPO liegen hier vor. Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin hat den Verf\u00fcgungsbeklagten nicht abgemahnt. Tatsachen, die auf eine Entbehrlichkeit der Abmahnung schlie\u00dfen lassen, sind nicht vorgetragen. Dem ist die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin auch nicht entgegengetreten, sondern hat sich mit der Kostentragung einverstanden erkl\u00e4rt.<\/li>\n<li>II.<br \/>\nDie Kostenentscheidung beinhaltet insbesondere auch eine Entscheidung \u00fcber die weiteren, durch den Widerspruch angefallenen Kosten.<\/li>\n<li>Die Entscheidung \u00fcber die vorl\u00e4ufige Vollstreckbarkeit hat ihre Grundlage in \u00a7\u00a7 708 Nr. 6, 2. Var., 711 Satz 1, 2 ZPO.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorfer Entscheidungsnummer: 2927 Landgericht D\u00fcsseldorf Urteil vom 17. 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