{"id":8084,"date":"2019-07-24T20:34:48","date_gmt":"2019-07-24T20:34:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www3.hhu.de\/duesseldorfer-archiv\/?p=8084"},"modified":"2019-07-24T20:34:48","modified_gmt":"2019-07-24T20:34:48","slug":"4a-o-10-18-kostenschlussurteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/d-prax.de\/?p=8084","title":{"rendered":"4a O 10\/18 &#8211; Kostenschlussurteil"},"content":{"rendered":"<p><strong>D\u00fcsseldorfer Entscheidungsnummer: 2891<\/strong><\/p>\n<p>Landgericht D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p>Urteil vom 18. Juni 2019, Az. 4a O 10\/18<!--more--><span><br \/>\nI.\u00a0\u00a0Die Kosten des Rechtsstreits tr\u00e4gt der Beklagte.<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span>II.\u00a0\u00a0Das Urteil ist vorl\u00e4ufig vollstreckbar.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: center;\"><strong>Tatbestand<\/strong><\/li>\n<li><span>Mit der Klage hat die Kl\u00e4gerin gegen den Beklagten Anspr\u00fcche im Zusammenhang mit den Regelungen \u00fcber den Sortenschutz geltend gemacht.<\/span><\/li>\n<li><span>Die Kl\u00e4gerin ist von verschiedenen Sortenschutzinhabern und Inhabern von ausschlie\u00dflichen Nutzungsrechten an Sortenschutzrechten mit der Geltendmachung sortenschutzrechtlicher Anspr\u00fcche beauftragt worden. Der Beklagte ist Landwirt.<\/span><\/li>\n<li><span>Aus den Unterlagen, die der Kl\u00e4gerin vorlagen, ergab sich ein Anhaltspunkt daf\u00fcr, dass der Beklagte Nachbau mit gesch\u00fctzten Sorten (\u201eX, XY, XYZ, XXX und YYY\u201c) betrieben oder zumindest \u00fcber Saatgut dieser Sorte verf\u00fcgt hat, auf Grundlage dessen er Nachbau betreiben konnte. <\/span><\/li>\n<li><span>Mit Schreiben aus dem April 2016 und vom 20.10.2016 forderte die Kl\u00e4gerin den Beklagten auf, ihr Auskunft zu erteilen. Nachdem der Beklagte auf die Aufforderungen der Kl\u00e4gerin nicht reagierte, lie\u00df ihn diese mit Schreiben ihrer Prozessbevollm\u00e4chtigten vom 24.01.2017 nochmals zur Auskunft auffordern.<\/span><\/li>\n<li><span>Mit der sodann erhobenen Klage hat die Kl\u00e4gerin urspr\u00fcnglich beantragt: <\/span><\/li>\n<li><span>\u00a0\u00a0\u201eDen Beklagten zu verurteilen,\n<p>1.\u00a0der Kl\u00e4gerin Auskunft dar\u00fcber zu erteilen, ob er im Wirtschaftsjahr 2015\/2016 (Anbau zur Ernte 2016) in seinem Betrieb Erntegut, das er durch Anbau von Vermehrungsmaterial der f\u00fcr die nachfolgend bezeichneten Sortenschutzinhaber bzw. Nutzungsberechtigten jeweils gesch\u00fctzten, ebenfalls nachfolgend bezeichneten Sorten<\/span><\/li>\n<li><span><br \/>\nim eigenen Betrieb gewonnen hat, als Vermehrungsmaterial verwendet hat (Nachbau) und bei den Sorten, mit denen er Nachbau betrieben hat, der Kl\u00e4gerin Auskunft \u00fcber<\/span><\/li>\n<li><span>die Menge des von ihm verwendeten Saat- und Pflanzguts und<br \/>\nim Falle der Fremdaufbereitung Name und Anschrift des Aufbereiters<\/span><\/li>\n<li><span>zu erteilen,<\/span><\/li>\n<li><span>sowie die erteilten Ausk\u00fcnfte durch geeignete Nachweise zu belegen;<\/span><\/li>\n<li><span>2. \u00a0an die Kl\u00e4gerin EUR 124,00 nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem jeweiligen Basiszinssatz der Europ\u00e4ischen Zentralbank p.a. seit dem 17.03.2018 zu zahlen;<\/span><\/li>\n<li><span>3.\u00a0erforderlichenfalls die Richtigkeit und Vollst\u00e4ndigkeit der gem\u00e4\u00df Ziffer 1 des Antrages gemachten Angaben an Eides statt zu versichern;<\/span><\/li>\n<li><span>4.\u00a0gegebenenfalls an die Kl\u00e4gerin Nachbaugeb\u00fchren und\/oder Schadensersatz in einer nach Erteilung der Auskunft gem\u00e4\u00df Ziffer 1 des Antrags noch zu bestimmenden H\u00f6he nebst Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem jeweiligen Basiszinssatz seit Rechtszh\u00e4ngigkeit zu zahlen.\u201c<\/span><\/li>\n<li><span>Nachdem der Beklagte innerhalb der gesetzlichen Frist keine Verteidigungsanzeige abgegeben hat, hat die Kammer den Beklagten mit Teil-Vers\u00e4umnisurteil vom 04.04.2018 entsprechend der urspr\u00fcnglichen Antr\u00e4ge zu Ziff. 1 und zu Ziff. 2 zur Auskunft und Zahlung von EUR 124,00 nebst Zinsen an die Kl\u00e4gerin verurteilt. Hiergegen ist kein Einspruch eingelegt worden.<\/span><\/li>\n<li><span>Nachdem der Beklagte inzwischen Auskunft erteilt und Schadensersatz geleistet hat, hat die Kl\u00e4gerin den Rechtsstreit hinsichtlich des Antrags zu Ziff. 4. in der Hauptsache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt und ferner erkl\u00e4rt, den Antrag zu Ziff. 3. fallen zu lassen.<\/span><\/li>\n<li><span>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<\/span><\/li>\n<li><span>dem Beklagten die Kosten des Rechtsstreits aufzuerlegen.<\/span><\/li>\n<li><span>Wegen des weiteren Sach- und Streitstandes wird auf die zur Akte gereichten Schrifts\u00e4tze nebst Anlagen Bezug genommen.<\/span><\/li>\n<li><\/li>\n<li style=\"text-align: center;\"><strong>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/strong><\/li>\n<li><span>I.<br \/>\nDie Kosten des Rechtsstreits waren dem Beklagten aufzuerlegen.<\/span><\/li>\n<li><span>1.<br \/>\nDies folgt hinsichtlich der Antr\u00e4ge zu Ziff. 1. und\u00a0 2., \u00fcber die durch Teil-Vers\u00e4umnisurteil entschieden wurde, aus \u00a7 91 Abs. 1 S. 1 ZPO.<\/span><\/li>\n<li><span>2.<br \/>\nHinsichtlich des Antrages zu Ziff. 4 folgt die Kostenentscheidung aus \u00a7 91a Abs. 1 S. 1 ZPO. Nachdem die Kl\u00e4gerin den Rechtsstreit insoweit in der Hauptsache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt hat und der Beklagte nicht innerhalb der ihm nach \u00a7 91a Abs. 1 S. 2 ZPO gesetzten Frist widersprochen hat, war \u00fcber die Kosten nach \u00a7 91a Abs. 1 S. 1 ZPO zu entscheiden. <\/span><\/li>\n<li><span>Dem danach ma\u00dfgeblichen billigem Ermessen unter Ber\u00fccksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes entspricht es, die Kosten des Rechtsstreits dem Beklagten auch hinsichtlich des f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rten Antrag zu Ziff. 4 aufzuerlegen. Wird bei Stufenklage nach Erteilung der Auskunft die Hauptsache hinsichtlich des Zahlungsantrags \u00fcbereinstimmend f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt, hat der Beklagte die Kosten zu tragen, wenn der Auskunftsanspruch begr\u00fcndet war. Dies ist hier der Fall. Die Kl\u00e4gerin hat das Bestehen ihrer Anspr\u00fcche schl\u00fcssig dargelegt. Der Beklagte hat keine Einwendungen gegen die geltend gemachten Anspr\u00fcche erhoben. <\/span><\/li>\n<li><span>3.<br \/>\nDen stufenweise erhobenen Antrag auf Versicherung der Richtigkeit und Vollst\u00e4ndigkeit der erteilten Auskunft an Eides statt (Antrag zu Ziff. 3) konnte die Kl\u00e4gerin kostenneutral fallen lassen (vgl. dazu BGH, NJW 2001, 833). <\/span><\/li>\n<li><span>II.<br \/>\nDie Entscheidung zur vorl\u00e4ufigen Vollstreckbarkeit folgt aus \u00a7 708 Nr. 3 ZPO, soweit die Kosten der Anspr\u00fcche betroffen sind, \u00fcber die per Teil-Vers\u00e4umnisurteil entschieden wurde. Dass die Kostenentscheidung im Teil-Vers\u00e4umnisurteil dem Schlussurteil vorbehalten wurde, f\u00fchrt nicht dazu, dass die Kl\u00e4gerin die Kosten nicht mehr nach \u00a7 708 Nr. 3 ZPO ohne Sicherheitsleistung vollstrecken kann. Soweit die Kosten nach \u00a7 91a ZPO zu tragen sind, ist der Kl\u00e4gerin der Vorteil, einen entsprechenden Beschluss ohne Sicherheitsleistung vollstrecken zu k\u00f6nnen (vgl. \u00a7 794 Abs. 1 Nr. 3 ZPO), auch f\u00fcr den hier vorliegenden Fall zu erhalten, dass die Entscheidung nach \u00a7 91a ZPO im Rahmen eines Urteils erfolgt. <\/span><\/li>\n<li><span><br \/>\nIII.<br \/>\nDer Streitwert wird auf bis zu EUR (&#8230;) festgesetzt.<br \/>\n<\/span><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorfer Entscheidungsnummer: 2891 Landgericht D\u00fcsseldorf Urteil vom 18. 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