{"id":7349,"date":"2017-11-21T17:00:44","date_gmt":"2017-11-21T17:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www3.hhu.de\/duesseldorfer-archiv\/?p=7349"},"modified":"2018-02-05T15:51:55","modified_gmt":"2018-02-05T15:51:55","slug":"4b-o-128-16-sortenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/d-prax.de\/?p=7349","title":{"rendered":"4b O 128\/16 &#8211; (Sortenschutz)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>D\u00fcsseldorfer Entscheidungsnummer: 2719<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Landgericht D\u00fcsseldorf<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Urteil vom\u00a021. November 2017, Az.\u00a04b O 128\/16<\/span><!--more--><\/p>\n<ol class=\"urteil\">\n<li>1. Die Kosten des Rechtsstreits tragen die Kl\u00e4gerin zu 1\/2 und der Beklagte zu 1\/2.<\/li>\n<li>2. Das Urteil ist vorl\u00e4ufig vollstreckbar.<\/li>\n<li>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Tatbestand<\/h3>\n<\/li>\n<li>Die Kl\u00e4gerin hat f\u00fcr die A GmbH sowie f\u00fcr die B GmbH &amp; Co. KG im Wege der Stufenklage Anspr\u00fcche auf Zahlung von Nachbaugeb\u00fchren bzw. Schadensersatz gegen den Beklagten geltend gemacht.<\/li>\n<li>Die A GmbH und die B GmbH &amp; Co. KG sind Sortenschutzinhaberinnen bzw. Inhaberinnen von ausschlie\u00dflichen Nutzungsrechten an den Sorten \u201eC\u201c und \u201eD\u201c. Der Beklagte ist Landwirt.Nach Informationen der Kl\u00e4gerin betrieb der Beklagte Nachbau mit den streit-gegenst\u00e4ndlichen Sorten bzw. verf\u00fcgte zumindest \u00fcber Saatgut dieser Sorten, so dass er im streitgegenst\u00e4ndlichen Wirtschaftsjahr 2012\/2013 Nachbau mit den Sorten betreiben konnte. Der Beklagte wurde mit Schreiben vom 27.05.2011 (Wirtschaftsjahr 2010\/2011, Anlage K 4) sowie im November 2013 (Wirtschaftsjahr 2013\/2014, Anlage K 1) zur Auskunft \u00fcber die Sorte \u201eD\u201c aufgefordert. Dabei wurde er darauf hingewiesen, dass dieses Saatgut unter Sortenschutz steht und dessen Verwendung Beschr\u00e4nkungen unterliegt. Dar\u00fcber hinaus forderte die Kl\u00e4gerin den Beklagten mit Schreiben vom 21.10.2014 sowie mit anwaltlichem Schreiben vom 17.11.2015 erfolglos zur Abgabe der Nachbauerkl\u00e4rung f\u00fcr das Jahr 2012\/2013 in Bezug auf die Sorte \u201eD\u201c auf.<\/li>\n<li>Auf der ersten Stufe ihrer Klage hat die Kl\u00e4gerin zun\u00e4chst Auskunft \u00fcber den Umfang des vom Beklagten mit den Sorten \u201eC\u201c und \u201eD\u201c betriebenen Nachbaus im Wirtschaftsjahr 2012\/2013 (Antrag zu 1)) und Zahlung au\u00dfergerichtlicher Rechts-anwaltskosten in H\u00f6he von 124 EUR gefordert (Antrag zu 2)).Mit Schriftsatz vom 12.01.2017 hat die Kl\u00e4gerin den Klageantrag zu 1) (Auskunft) hinsichtlich der Sorte \u201eC\u201c zur\u00fcckgenommen.Mit Teil-Vers\u00e4umnisurteil vom 21.02.2017 ist der Beklagte im Hinblick auf die Sorte \u201eD\u201c zur Auskunftserteilung und Zahlung von 124 EUR verurteilt worden.<\/li>\n<li>Nachdem der Beklagte zwischenzeitlich eine Nachbauauskunft erteilt und eine Rechnung der Kl\u00e4gerin beglichen hatte, hat die Kl\u00e4gerin den auf der zweiten Stufe angek\u00fcndigten Antrag auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung (Antrag zu 3)) fallengelassen und den auf der dritten Stufe angek\u00fcndigten Antrag auf Zahlung von Nachbaugeb\u00fchren bzw. Schadensersatz in der sich nach erteilter Auskunft zu bestimmenden H\u00f6he (Antrag zu 4)) in der Hauptsache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt.<\/li>\n<li>Die Kl\u00e4gerin beantragt nunmehr,<\/li>\n<li>dem Beklagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.<\/li>\n<li>Der Beklagte hat der Erledigungserkl\u00e4rung nicht innerhalb von zwei Wochen widersprochen.<\/li>\n<li>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<\/li>\n<li>Die Kostenentscheidung folgt in Ansehung der Kl\u00e4gerin aus der entsprechenden Anwendung des \u00a7 269 Abs. 3 S. 2 ZPO aufgrund der teilweisen Klager\u00fccknahme in Bezug auf die Sorte \u201eC\u201c.<\/li>\n<li>Im \u00dcbrigen folgt sie aus \u00a7 91a Abs. 1 S. 1, 2 ZPO in Bezug auf die Sorte \u201eD\u201c. Da der Beklagte der Erledigungserkl\u00e4rung der Kl\u00e4gerin nicht innerhalb einer Notfrist von zwei Wochen widersprochen hat und er \u00fcber die Folgen eines ausbleibenden Widerspruchs belehrt worden ist, war nur noch \u00fcber die Kosten des Rechtsstreits unter Ber\u00fccksichtigung des bisherigen Sach und Streitstandes nach billigem Ermessen zu entscheiden.Nach diesen Grunds\u00e4tzen waren die Kosten dem Beklagten aufzuerlegen. Denn der Beklagte hat die geforderte Auskunft bez\u00fcglich der Sorte \u201eD\u201c erteilt und den Anspruch zu 4) auf dieser Grundlage erf\u00fcllt. Dies ist ohne anderweitige Erkl\u00e4rung oder Vorbehalt geschehen. Deshalb ist die Erf\u00fcllung als Anerkenntnis der Klage-forderung zu werten und dem Beklagten sind die Kosten des Verfahrens aufzu-erlegen. Auch unter Ber\u00fccksichtigung des Rechtsgedankens des \u00a7 93 ZPO bestand kein Anlass, von dieser Kostenfolge abzusehen. Dessen Voraussetzungen, n\u00e4mlich, dass kein Klageanlass bestanden h\u00e4tte und sofort anerkannt bzw. erf\u00fcllt worden w\u00e4re, lagen hier nicht vor.Zus\u00e4tzlich war zu ber\u00fccksichtigen, dass der Beklagte nach Ma\u00dfgabe des Teil-Vers\u00e4umnisurteils vom 21.02.2017 unterlegen ist.<\/li>\n<li>Die Kl\u00e4gerin konnte den Antrag zu 3) auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung fallenlassen, \u00a7 264 Nr. 2 ZPO. F\u00fcr eine (teilweise) Klager\u00fccknahme ist kein Raum (vgl. BGH, Vers\u00e4umnisurteil vom 15.11.2000, IV ZR 274\/99, NJW 2001, 833).<\/li>\n<li>Streitwert:bis 16.01.2017: 1.000 EUR,danach: 500 EUR.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorfer Entscheidungsnummer: 2719 Landgericht D\u00fcsseldorf Urteil vom\u00a021. November 2017, Az.\u00a04b O 128\/16<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[66,2],"tags":[],"class_list":["post-7349","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-66","category-lg-duesseldorf"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7349"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7388,"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7349\/revisions\/7388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/d-prax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}