{"id":2135,"date":"2013-03-14T17:00:15","date_gmt":"2013-03-14T17:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www3.hhu.de\/duesseldorfer-archiv\/?p=2135"},"modified":"2016-04-25T08:58:14","modified_gmt":"2016-04-25T08:58:14","slug":"4a-o-17712-steriler-container-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/d-prax.de\/?p=2135","title":{"rendered":"4a O 177\/12 &#8211; Steriler Container II"},"content":{"rendered":"<div class=\"field field-type-text field-field-nummer\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item odd\">\n<div class=\"field-label-inline-first\"><strong>D\u00fcsseldorfer Entscheidung Nr.: 2016<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Landgericht D\u00fcsseldorf<br \/>\nUrteil vom 14. M\u00e4rz 2013, Az. 4a O 177\/12<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>I. Die einstweilige Verf\u00fcgung des Landgerichts D\u00fcsseldorf vom 16.11.2012 &#8211; 4a O 177\/12 &#8211; wird im Kostenausspruch (Ziffer III.) aufgehoben.<\/p>\n<p>II. Die Kosten des Verfahrens werden der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin auferlegt.<\/p>\n<p>III. Das Urteil ist f\u00fcr die Verf\u00fcgungsbeklagte vorl\u00e4ufig vollstreckbar. Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in H\u00f6he von 120 % des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Verf\u00fcgungsbeklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in H\u00f6he von 120 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.<\/p>\n<p>Die Sicherheitsleistung kann auch durch eine unwiderrufliche, unbedingte, unbefristete und selbstschuldnerische B\u00fcrgschaft einer in der Europ\u00e4ischen Union als Zoll- oder Steuerb\u00fcrgin anerkannten Bank oder Sparkasse erbracht werden.<\/p>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<p>Die Parteien sind Wettbewerber im Bereich medizinischer Ger\u00e4te und Instrumente. Die Verf\u00fcgungsbeklagte ist ein italienisches Unternehmen.<\/p>\n<p>Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin stellte fest, dass die Verf\u00fcgungsbeklagte auf der Messe Medica 2012, welche in der Zeit vom 16.-17.11.2012 in D\u00fcsseldorf stattfand, sterile Container (angegriffene Ausf\u00fchrungsform) ausstellte, wie nachfolgend verkleinert abgebildet. Die Abbildung entstammt der Antragsschrift.<\/p>\n<p>Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin sah hierin eine Verletzung ihres deutschen Patents 197 55 XXX C2, dessen alleinige Inhaberin sie ist.<\/p>\n<p>Mit Schriftsatz vom 16.11.2012 reichte die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verf\u00fcgung beim hiesigen Gericht ein. Sie begehrte von der Verf\u00fcgungsbeklagten die Unterlassung des Anbietens und des Vertriebs der angegriffenen Ausf\u00fchrungsform in der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>\n<p>Auf dieses Gesuch der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin untersagte die hiesige Kammer mit Beschluss vom 16.11.2012 der Verf\u00fcgungsbeklagten unter Androhung der gesetzlichen Ordnungsmittel den Vertrieb und das Anbieten der angegriffenen Ausf\u00fchrungsform in der Bundesrepublik Deutschland. Die einstweilige Verf\u00fcgung wurde im Wege des Parteibetriebs der Verf\u00fcgungsbeklagten auf der Messe zugestellt.<\/p>\n<p>Mit Schriftsatz vom 31.01.2013 legten die Verfahrensbevollm\u00e4chtigten der Verf\u00fcgungsbeklagten Kostenwiderspruch ein und erkannten den materiellen Anspruch an.<\/p>\n<p>Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df,<\/p>\n<p>den Kostenwiderspruch zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Die Verf\u00fcgungsbeklagte beantragt,<\/p>\n<p>zu erkennen wie geschehen.<\/p>\n<p>Die Verf\u00fcgungsbeklagte ist der Auffassung, die Voraussetzungen eines sofortigen Anerkenntnisses l\u00e4gen vor. Unstreitig wurde die Verf\u00fcgungsbeklagte vor Einleitung des einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens nicht abgemahnt.<\/p>\n<p>Wegen des weiteren Parteivorbringens wird auf die Schrifts\u00e4tze und deren Anlagen Bezug genommen.<\/p>\n<p>E n t s c h e i d u n g s g r \u00fc n d e :<\/p>\n<p>Der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin waren die Kosten des Rechtsstreits aufzuerlegen, da sich die Verf\u00fcgungsbeklagte mit Erfolg auf \u00a7 93 ZPO berufen kann. Die Verf\u00fcgungsbeklagte hat den Klageanspruch sofort anerkannt, ohne Anlass zur Klageerhebung gegeben zu haben.<\/p>\n<p>1.<br \/>\nUnzweifelhaft ist zun\u00e4chst, dass die Verf\u00fcgungsbeklagte die Klageanspr\u00fcche \u201esofort\u201c anerkannt hat. Hierzu gen\u00fcgt es, dass das Anerkenntnis \u2013 wie geschehen \u2013 im Rahmen eines Kostenwiderspruchs abgegeben worden ist.<\/p>\n<p>2.<br \/>\nDie Verf\u00fcgungsbeklagte hat der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin auch keine Veranlassung zur Antragstellung gegeben.<\/p>\n<p>Eine Partei gibt Veranlassung zur Antragstellung, wenn ihr Verhalten vor dem Prozess aus der Sicht der antragstellenden Partei bei vern\u00fcnftiger Betrachtung hinreichenden Anlass zur Antragsstellung bietet, sie werde ohne Inanspruchnahme der Gerichte nicht zu ihrem Recht kommen (vgl. BGH, NJW-RR 2005, 1005; OLG D\u00fcsseldorf, InstGE 2, 237 &#8211; Turbolader II). So wird im Falle eines Unterlassungsanspruchs ein Schuldner, der vor Einleitung des gerichtlichen Verfahrens nicht abgemahnt wurde, grunds\u00e4tzlich so behandelt wird, als habe er keine Veranlassung zur Klage gegeben. (BGH, GRUR 2010, 257 &#8211; Schubladenverf\u00fcgung). Die Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin mahnte die Verf\u00fcgungsbeklagte vorgerichtlich nicht ab.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin hat weder hinreichend vorgetragen noch ist es ersichtlich, dass ein Fall einer entbehrlichen Abmahnung vorliegt.<\/p>\n<p>3.<br \/>\nDie Entscheidung zur vorl\u00e4ufigen Vollstreckbarkeit ergibt sich aus \u00a7\u00a7 708 Nr.6, 711 ZPO.<\/p>\n<p>Streitwert: 250.000,- EUR.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorfer Entscheidung Nr.: 2016 Landgericht D\u00fcsseldorf Urteil vom 14. 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