{"id":1463,"date":"2011-03-21T17:00:18","date_gmt":"2011-03-21T17:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www3.hhu.de\/duesseldorfer-archiv\/?p=1463"},"modified":"2016-04-22T08:18:13","modified_gmt":"2016-04-22T08:18:13","slug":"4a-o-17010-erledigung-sortenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/d-prax.de\/?p=1463","title":{"rendered":"4a O 170\/10 &#8211; Erledigung (Sortenschutz)"},"content":{"rendered":"<div class=\"field field-type-text field-field-nummer\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item odd\">\n<div class=\"field-label-inline-first\"><strong>D\u00fcsseldorfer Entscheidung Nr.:\u00a0 1620<\/strong><\/div>\n<p>Landgericht D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Schlussurteil vom 21. M\u00e4rz 2011, Az. 4a O 170\/10<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>1. Die Kosten des Rechtsstreits tr\u00e4gt der Beklagte.<br \/>\n2. Das Urteil ist vorl\u00e4ufig vollstreckbar. Der Beklagte darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in H\u00f6he von 500,00 \u20ac abwenden, wenn der Kl\u00e4ger nicht vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher H\u00f6he leistet.<\/p>\n<p>T a t b e s t a n d :<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin macht f\u00fcr verschiedene Sortenschutzinhaber und Inhaber von ausschlie\u00dflichen Nutzungsrechten an Sortenschutzrechten Sortenschutzanspr\u00fcche geltend. Die Kl\u00e4gerin ist von den Sortenschutzinhabern und ausschlie\u00dflichen Nutzungsberechtigten A GmbH und B GmbH zur Wahrnehmung von deren Rechten gegen\u00fcber Landwirten im Zusammenhang mit dem von diesen betriebenen Nachbau ihrer Sorten beauftragt und erm\u00e4chtigt worden, diese Rechte im eigenen Namen geltend zu machen.<\/p>\n<p>Der Beklagte ist Landwirt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die hier streitgegenst\u00e4ndlichen Sorten \u201eC\u201c und \u201eD\u201c bestand im Wirtschaftsjahr 2007\/08 Sortenschutz.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2007\/2008 forderte die Kl\u00e4gerin den Beklagten im April 2008 auf, Auskunft \u00fcber den Umfang des von ihm betriebenen Nachbaus zu erteilen. In dem Schreiben wies die Kl\u00e4gerin darauf hin, dass Anhaltspunkte f\u00fcr Nachbauhandlungen vorliegen. Der Beklagte erwiderte hierauf und auf weitere Mahnungen nicht.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hat die Kl\u00e4gerin im Wege der Stufenklage Auskunft, Erstattung der Abmahnkosten sowie in der zweiten Stufe die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung und in der dritten Stufe Schadensersatz bzw. Nachbaugeb\u00fchren begehrt. Der Beklagte hat die Forderungen der ersten Stufe anerkannt, sodass ein Teil-Anerkenntnisurteil am 15. November 2010 gegen den Beklagten hinsichtlich der ersten Stufe ergangen ist.<\/p>\n<p>Nachdem der Beklagte seiner Auskunftsverpflichtung nachgegangen ist und eine von der Kl\u00e4gerin daraufhin erstellte Rechnung \u00fcber Nachbaugeb\u00fchren und Schadensersatz bezahlt hat, haben die Parteien den Rechtsstreit \u00fcbereinstimmend f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt und stellen wechselseitige Kostenantr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Wegen der Einzelheiten des Parteivorbringens wird auf die gewechselten Schrifts\u00e4tze nebst Anlagen Bezug genommen.<\/p>\n<p>E n t s c h e i d u n g s g r \u00fc n d e :<\/p>\n<p>Die m\u00fcndliche Verhandlung war gem\u00e4\u00df \u00a7 128 Abs. 3, Abs. 4 ZPO entbehrlich.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Kosten, die auf den anerkannten Teil fallen, hat der Beklagte die Kosten nach \u00a7 91 Abs. 1 ZPO zu tragen. F\u00fcr die Anwendung des \u00a7 93 ZPO bleibt hier kein Raum. Der Beklagte hat hier angesichts der mehrfachen Abmahnungen durch die Kl\u00e4gerin die Anspr\u00fcche nicht sofort anerkannt, ohne der Kl\u00e4gerin Anlass zur Klageerhebung gegeben zu haben (\u00a7 93 ZPO).<\/p>\n<p>Nachdem die Parteien den noch rechtsh\u00e4ngigen Rechtsstreit \u00fcbereinstimmend f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt haben, war gem\u00e4\u00df \u00a7 91a ZPO hier\u00fcber nur noch \u00fcber die Kosten unter Ber\u00fccksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes nach billigem Ermessen zu entscheiden. Dabei entspricht es in der Regel billigem Ermessen, demjenigen die Kosten aufzuerlegen, der in der Hauptsache voraussichtlich unterlegen gewesen w\u00e4re und dort die Kosten zu tragen gehabt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Danach entspricht es billigem Ermessen, dem Beklagten die Kosten des Rechtsstreits aufzuerlegen, da er voraussichtlich in der Hauptsache unterlegen gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4gerin stand der geltend gemachte Nachbaugeb\u00fchrenanspruch in Form einer \u201eangemessen Entsch\u00e4digung\u201c nach \u00a7 10a Abs. 3 SortG, Art. 14, Abs. 3, Gedankenstrich 4 GemSortV zu, da der Beklagte Nachbau betrieben hat.<\/p>\n<p>Ferner hat die Kl\u00e4gerin einen Anspruch auf Schadensersatz nach \u00a7 37 Abs. 2 i.V.m. \u00a7 10 Abs. 1 SortG, Art. 94 Abs. 2 i.V.m. Art. 13 Abs. 2, 3 GemSortV gegen den Beklagten. Der Beklagte hat trotz qualifizierter Aufforderung, mithin der Nennung von Anhaltspunkten f\u00fcr den Nachbau sortenschutzverletzender Sorten, keine Auskunft erteilt (sog. verhehlter Nachbau) und sich damit schadensersatzpflichtig gemacht.<\/p>\n<p>Da die Kl\u00e4gerin aufgrund der Auskunft und der Zahlungsbereitschaft des Kl\u00e4gers den Antrag auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung nicht mehr weiterverfolgen musste, sondern ihr Ziel bereits erreicht hat, konnte sie diesen Antrag fallen lassen. Hierbei handelt es sich nicht um einen Fall der Klager\u00fccknahme (BGH, NJW 2001, 883).<br \/>\nDie Entscheidung \u00fcber die vorl\u00e4ufige Vollstreckbarkeit ergibt sich aus \u00a7\u00a7 708 Nr. 11, 711 ZPO.<br \/>\nDer Streitwert wird wie folgt festgesetzt:<br \/>\nbis zum 15. November 2010: 1000,00 \u20ac<br \/>\nvom 15. November 2010 bis zum 15. M\u00e4rz 2011: 500,00 \u20ac<br \/>\ndanach: Die Summe der gerichtlichen und au\u00dfergerichtlichen Kosten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorfer Entscheidung Nr.:\u00a0 1620 Landgericht D\u00fcsseldorf Schlussurteil vom 21. 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